Empfehlungen zur optimalen Prozessbiologie in Biogasanlagen
An über 1100 Anlagen hat Bioreact bislang Fermenter-, Nachgärer- und Endlagerproben im eigenen Labor untersucht und mit den zeitgleich berechneten wirtschaftlich entscheidenden Faktoren BHKW-Auslastung und Substratausnutzung in Beziehung gesetzt (für statistische Auswertungen siehe www.biogas-wissen.de).
Es zeigt sich, dass Einzelanalysen bei der Beurteilung einer Anlagen nur wenig helfen. Zu weit streuen die Daten der einzelnen Biogasanlagen, als dass auf eine Störung des Fließgleichgewichtes (Abb. 3) der Anlage geschlossen werden kann. Deshalb die Empfehlung: Fließgleichgewicht!! Ein stabiles, erfolgreiches System sollte nicht beeinflusst werden. Risiken sollten jedoch minimiert werden.

Abbildung 3: Fließgleichgewicht in der Biogasanlage von den Substraten über die Hydrolyse, Acidogenese, Acetogenese über die Methanogenese bis hin zu Biogas
Nur eine regelmäßige Analyse der Prozessbiologie hilft, Probleme im Gleichgewicht der Biogasbildung frühzeitig zu erkennen, so dass mit geeigneten Maßnahmen reagiert werden kann.
Weil Einzel-Analysewerte - mit Ausnahmen - so wenig aussagekräftig sind, beruhen Bioreact-Empfehlungen zur Prozessbiologie auf einem statistischen, wissenschaftlichen Ansatz. Für jeden einzelnen Analyseparameter wird ein Bereich ermittelt, in dem die Biogasanlage ihre größtmögliche Wirtschaftlichkeit in Bezug auf BHKW-Auslastung und Substratausnutzung (in Relation zu KTBL-Werten) erreicht (Tabelle 1 zeigt als Beispiel den statistisch optimalen pH-Bereich). Doch selbst weit außerhalb der von Bioreact statistisch ermittelten empfohlenen Bereichen finden sich zum Teil wirtschaftlich erstklassige Anlagen und auch im theoretisch besten Bereich finden sich Problemanlagen: Letztendlich kann hier nur eine individuelle Beratung helfen.
Tabelle 1: Ermittlung eines optimalen Messparameter-Bereiches am Beispiel des pH- Wertes. In einer „Analytik-Kontrollgruppe“ mit 800 vergleichbaren Anlagenparametern, werden die Grenzen bestimmt, unter oder über denen sich die wirtschaftlichen Parameter „BHKW-Auslastung“ und „Substratausnutzung“ verschlechtern.

